Autofahren mit Flipflops: Was ist erlaubt?

Viel Unsicherheit herrscht, wenn es um die Frage geht, ob beim Autofahren Flipflops getragen werden dürfen. Viele Autofahrer möchten bei hohen Temperaturen im Sommer ihre Füße nicht in geschlossene Schuhe zwängen und lassen auch bei Autofahren die bequemen und luftigen Zehentrenner an. Zweifellos sind feste Schuhe besser beim Autofahren, denn sie bieten Ihnen mehr Sicherheit und leichtere Bewegung der Füße. Doch was ist rechtlich erlaubt und wo liegen die Risiken, wenn beim Autofahren Zehentrenner getragen werden?
 
Private Fahrten – das ist erlaubt
Eine klare Regelung bietet das Gesetz für private Fahrten mit dem Auto nicht. Hier gilt natürlich, dass der Fahrer eine Sorgfaltspflicht hat und keine vermeidbaren Risiken eingehen darf, wenn er sich aktiv am Straßenverkehr beteiligt. Doch sind Flipflops ein solches Risiko? Dazu gibt es rechtlich gesehen keine endgültige Regelung. Einige Gerichte mussten sich bereits mit dieser Frage beschäftigen, wenn es zu einem Verkehrsunfall kam und der Verursacher Flipflops am Steuer getragen hat. Es gibt kein eindeutiges Verbot, dass das Tragen von Flipflops oder Highheels im Auto verbietet und selbst Gummistiefel oder nackte Füße sind bei privaten Fahrten am Steuer nicht ausdrücklich verboten. Kommt es dann jedoch zu einem Unfall, an dem die falschen Schuhe der maßgebliche Verursacher sind, dann kann es zu Strafen und Konsequenzen für den Träger kommen.
 
Regeln für Berufskraftfahrer
Anders ist die rechtliche Lage für Berufskraftfahrer. Ihnen ist es nach aktuell gültigem Gesetz vorgeschrieben, festes Schuhwerk bei der Fahrt zu tragen. Flipflops sind am Steuer eines LKWs daher explizit verboten und dürfen nur in einer Fahrpause oder nach der Fahrt getragen werden. Ähnlich ist es, wenn Sie aus beruflichen Gründen ein Auto fahren. Besonders bei größeren Fahrzeugen wie Transportern müssen Sie feste Schuhe tragen. Allerdings gibt hier in der Regel ohnehin die Kleiderordnung schon die Vorschrift, dass Sie sich angemessen kleiden müssen, wenn Sie zu Kunden fahren. Zehentrenner dürften daher in den meisten Fällen ohnehin nicht zur Arbeitsbekleidung gehören.
 
Versicherungen: Regelungen im Schadensfall
Leider ebenfalls nicht eindeutig geregelt ist die Lage bei Versicherungen. Wenn Sie eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben und einen Unfall verursachen, dann würde diese Versicherung normalerweise den Schaden an Ihrem Fahrzeug und am Fahrzeug des Unfallgegners regulieren. Allerdings gab es hier in der Vergangenheit bereits Fälle, in denen Versicherungen die Schadensregulierung verweigerten, weil der Fahrer Flipflops am Steuer trug. Unter Umständen ist diese Verweigerung rechtlich zulässig. Das gilt dann, wenn durch das Tragen von Zehentrennern am Steuer grob fahrlässig gehandelt wurde und Sie ein vermeidbares Risiko eingegangen sind, das dann zum Unfall geführt hat.
 
Autofahren und Flipflops
Gehen Sie daher lieber auf Nummer sicher und fahren Sie Ihr Fahrzeug nur dann, wenn Sie festes Schuhwerk tragen. Damit Sie nach der Fahrt wieder den Komfort der luftigen Schuhe genießen können, nehmen Sie Ihre Flipflops einfach im Auto mit und wechseln Sie nach der Fahrt die Schuhe. Doch Vorsicht, Schuhe sollten während der Fahrt nicht im Fußraum des Fahrers aufbewahrt werden! Das ist auf den ersten Blick zwar praktisch, weil Sie so im Auto sitzend die Schuhe wechseln können, aber hier besteht eine erhöhte Unfallgefahr. Bei einer rasanten Bremsung könnten die Schuhe unter die Pedale geraten und anschließend das Gas- oder Bremspedal blockieren. Lagern Sie Ihre Flipflops bei der Fahrt lieber im Kofferraum oder auf dem Beifahrersitz.

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